Das Bild im Kopf
Stell dir ein rollierendes Fenster vor, das du jeden Monat einen Schritt nach vorne schiebst: immer genau 12 Monate im Blick — nicht das Kalenderjahr, das irgendwann endet, sondern das Jahr, das gerade jetzt endet.
Was es misst
TTM summiert die tatsächlichen Kennzahlen (Umsatz, Gewinn, FCF etc.) der letzten vier abgeschlossenen Quartale — unabhängig davon, wo das Geschäftsjahr eines Unternehmens beginnt. Formel: TTM = Q(aktuell) + Q(–1) + Q(–2) + Q(–3).
Was sagt mir die Zahl?
| Signal | Bedeutung |
|---|---|
| TTM aktueller als Jahresabschluss | Enthält die neuesten Quartalsergebnisse — besonders wertvoll, wenn das letzte Geschäftsjahr schon Monate zurückliegt |
| TTM vs. Guidance | Abweichung zeigt, ob das Unternehmen auf Kurs liegt |
| Saisonal verzerrte Quartale | TTM glättet Saisonalität — einzelne Quartale sollte man trotzdem kennen |
In einer echten Analyse
Apple (AAPL) weist einen TTM-Umsatz von $451,4B und einen TTM-FCF von $98,8B aus. Da Apples Q1 (Weihnachtsquartal) überproportional stark ist, würde ein einzelnes Quartal hochgerechnet ein falsches Bild geben. TTM fängt genau diese Saisonalität ab — und liefert die Basis für aktuelle Bewertungskennzahlen wie das P/FCF-Verhältnis.
Fallstrick
TTM ist kein Vorausblick — es zeigt, was war, nicht was kommt. Bei schnell wachsenden Unternehmen unterschätzt TTM die aktuelle Ertragskraft, weil frühe (schwächere) Quartale noch im Fenster liegen. Außerdem können Einmaleffekte (Verkauf einer Sparte, Sonderabschreibung) das TTM-Bild verzerren, ohne in der Zukunft zu wiederholen.
Merksatz
TTM ist kein Jahresabschluss — es ist das Jahr, das heute endet.
→ Verwandte Begriffe: Year-over-Year (YoY), Free Cash Flow (FCF), E